Sonntag, 29. Januar 2006

0021 Eislaufen mit Wolfgang Amadeus Mozart

Und noch eine Variante von genialem Wintersporterleben habe ich dieser Tage entdeckt, nachdem ich schon vor einigen Wochen Nordic Fitness Skiing mit Anna Netrebko genossen habe. Der Mattsee und der Obertrumer See in meiner unmittelbaren Umgebung sind seit zwei Wochen vollständig zugefroren. Gestern und heute waren auch die Temperaturen, dank viel Sonne moderat, was das Eislaufen zum echten Genuss macht. Für Eislaufen mit Mozart verwendete ich: ein Paar uralte Eishockeyschuhe, warme Kleidung, einen iPod Photo 40 GB, Klarinettenkonzert A - dur KV622 / Oboenkonzert C - dur KV314 / Fagottkonzert B - dur KV191. 'Eloquence'. und den zugefrorenen Obertrumer See mit "fast-Spiegeleis". Der bot am Samstag nachmittag einen etwa 5 Kilometer langen Natureislaufplatz auf dem es auch mit vielen Gleichgesinnten keinerlei Gedränge gab. Zur Not tut es aber auch ein kleineres Gewässer;)
Nur ein Eislaufplatz ist mir persönlich für den wahren Genuss zu klein.

Seeham am Obertrumer See im Winter Kinderwagen am Eis

Boje zugefrorener Obertrumer See

Dienstag, 24. Januar 2006

Geile Worte

Für Freunde sozialpornographischer Formulierungen sicher ein gefundenes Fressen,
ein "echt geiles Wort": "Entlassungsproduktivität".

"Entlassungsproduktivität" wurde zum 'Unwort' des Jahres gewählt.
Zurecht. Menschen die solche Begriffe in ihrem täglichen Arbeitsalltag integriert haben, die es möglicherweise sogar erfunden haben, Menschen die "Entlassungsproduktivität" mit jener Selbstverständlichkeit handhaben, wie etwa ein Kellner sein Tablett trägt, wie viel Würde haben die (noch)? Was haben die gelernt und von wem? Hatten die jemals Würde? Was müssen die erlebt haben oder was muss denen fehlen?

Einmal ganz davon abgesehen, dass eine solche menschenverachtende Geschmacklosigkeit, Stillosigkeit erster Güte ausdrückt, ist diese Wortschöpfung einfach hirnloser Unsinn. Das Wort Produktivität läßt darauf schliessen, dass etwas Neues geschaffen, eben produziert wird. Mit Entlassungen wird aber nichts produziert, nichts geschaffen. Vielmehr wird vernichtet. Ressourcen, Solidarität, Sicherheit, Produktivkraft, Konsumkraft, Kultur etc.
Wer das mit Produktivität (anstatt Destruktivität) in einen Sinnzusammenhang stellt, denkt wohl nicht nur pervers im lateinischen Wortsinn von verdreht, verkehrt.
Wer "Entlassungproduktivität" betreibt oder vertritt, zeigt nicht nur marktschreierisch welch' Geistes Kind er/sie ist, der disqualifiziert sich doch auch selbst völlig. Wie arm an Geist, wie arm an Ideen muss man denn sein, wenn man Gewinne nicht mehr durch Arbeitsproduktivität und Innovation erwirtschaftet sondern durch das bloße Einsparen von Kosten?
Und mir ist klar, dass das nicht erst bei "Entlassungsproduktivität" beginnt. Viel eher scheint das der eigentliche und oft einzige Kern der "Erbsenzählermentalität" einer ganzen Generation von Controlern, Marketingassistenten, Betriebswirten, Consultants etc. zu sein. Willfährige Erfüllungsgehilfen einer Kaste von Shareholdern, deren überproportional hohe Einkünfte aus nicht produktivem Einkommen, lukriiert aus der strategischen Verminderung ja Vernichtung vieler Millionen produktiver Einkommen, besteht.

Ich behaupte nicht, dass alle Menschen dieser Berufsgruppen, in diese Kategorie zu zählen wären. Auch dort gibt es Menschen die Ihre Fachkompetenz noch mit Fantasie, visionärer Innovationskraft, mit Rückgrat und Werten vervollständigen, um nicht das altmodische Verb veredeln zu gebrauchen. Menschen die anstatt Destruktivität Konstruktivität besitzen, ein Wort, das nicht umsonst eng verwandt mit Produktivität ist. Die rasend schnell voranschreitende, erfolgreiche globale Umverteilung von unten nach oben zeigt jedoch, dass es nicht nur wenige Ausnahmen sein können.

Wie wär's also mit der Entwicklung einer aussagekräftigen Messgröße für Arbeitsprodukivität und Innovationskraft von Management-, Controling- und ähnlich positionierten Jobs? Eines "Stakeholdervalue-Index" sozusagen.
Ganz im Geiste obiger Wortschöpfung würde ein solcher Wert sicher bald einen klingenden Namen tragen wie zum Beispiel MKM (manager killing marker), am besten gespeichert als einstellungsrelevanter Index in den Personalportfolios von "Spitzenkräften" bei allen namhaften Headhuntern. Vielleicht würde sich ja rasch zeigen, dass ein solcher MKM, im Personalmanagement großer Konzerne, konsequent umgesetzt, ein ähnlich "attraktives Produktivpotential" wie die massenhafte Entlassung von Arbeitern und Angestellten beinhaltet und das mit quantitativ viel geringerer Ressourcenvernichtung.

Gut möglich, dass unsere krank gejammerten und krank gesparten Volkswirtschaften in Mitteleuropa ebenso, wie die Wirtschaftsunternehmen gesünder und konkurrenzfähiger da stünden, wenn "Manager Killing Marker" das Unwort des Jahres wäre. Jedenfalls würden Unternehmen ihren Namen wieder verdienen, wenn sie anstatt Gewinnmaximierung durch Destruktion wieder Gewinne machten, weil sie von
arbeitsproduktiven, innovativen und von Werten motivierten Menschen mit Rückgrat und Risikobereitschaft (das alles beinhaltet unternehmen nämlich) geführt, geleitet und kontrolliert würden und nicht wie geschlagene Hunde mit eingekniffenen Schwänzen, demütig und willig jedem perversen Shareholderinteresse bedingungslos folgten.

Donnerstag, 19. Januar 2006

Ist es so?

Ist es so, dass Glücklichsein fragil ist wie Schnee?
Gestern noch trug es leicht mein heiteres Dahinschreiten,
jetzt breche ich ein mit jedem Schritt.
Das Fortkommen ist nichts als Anstrengung, doch an Stehenbleiben
will ich nicht denken.

Ist es so, dass es alle paar Jahre wieder neu anzufangen gilt?
Wieder von vorne beginnen, müde, lustlos
in den Trümmern stehend, inmitten von Schutt und Asche meiner Welt.
Die Frage, nach dem Warum frißt an den letzten Kraftreserven.
Trost wäre jetzt schön.

Ist es so, dass die ungesungenen Lieder Tinnitus heissen?
Die nicht gelebte Sehnsucht schlägt hart, von innen
ins Gesicht meiner Seele, die sich jetzt nicht wehrt.
Wo ist die Frau an meiner Seite, für die es sich lohnte
zu kämpfen?

Ist es so, dass eine Erklärung irgendwann auch eine Antwort sein wird?
Oder war am Anfang nicht das Wort sondern doch
eine prinzipiell unbeantwortbare Frage, die bleibt, für immer?
Wenn das so ist, dann ist die finale Antwort
letztlich das Sterben.

Ist es so, ist es Dummheit oder Mut, trotzdem leben zu wollen?
Die Sehnsucht, den Schmerz umarmen, leidenschaftlich,
wie eine Geliebte, wie ein Kind; das Vertrauen erneut suchend.
Allein der Wille zur Freiheit von Gott und Teufel
macht mich stark und rein.

Ist es so, dass aufrechtes Gehen, wider alle Vernunft ist?
Zorn macht Lust, macht sich Luft und ich nehme mir die Freiheit
(ich) zu bleiben, ich zu werden, notfalls allein gegen diese Welt.
Ich werde mich meiner Schwäche stellen, ohne jede Scham
weil ich Mensch bin; nicht mehr, nicht weniger.

Ist es so, dass Weinen und Lachen, zwei Seiten einer Münze sind?
Der Münze jener Währung, in der wir alle dieses Dasein bezahlen.
Ich höre sie sagen, dass sie mich mag und kann es nicht glauben.
Ihr nicht, mir nicht, und ist das denn (noch) wichtig?
Nur mich fühle ich sicher, heute, im Schmerz einer ungeheuren Trauer.


© ricore 2006
Unterstuetzung für Daenemark u. Flagge

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